Geschichte

Das Dorf Alt Madlitz ge­hört heute zum Landkreis Oder-Spree. Wie die mei­sten Dörfer die­ser Gegend wurde es wahr­schein­lich im 13. Jahrhundert ge­grün­det, ist aber erst seit 1373 als Modelicz ur­kund­lich er­wähnt. Lehnsherren wa­ren die bran­den­bur­gi­schen Markgrafen und Kurfürsten, Lehnsträger wa­ren im Mittelalter ver­schie­dene Adelsgeschlechter, kurz­zei­tig auch das Kartäuserkloster und die Universität in Frankfurt/Oder.
Ab 1551 lebte das Geschlecht der von Wulffen auf dem Gut in Alt Madlitz, bis es die Grafen Finck von Finckenstein 1751 von ih­nen er­war­ben.

Albrecht Konrad von FinckensteinDie Finckensteins stam­men ur­sprüng­lich aus Ostpreußen, und ka­men erst durch Feldmarschall Albrecht Konrad von Finckenstein (1660-1735) in die Mark, der we­gen sei­ner mi­li­tä­ri­schen Verdienste im spa­ni­schen Erbfolgekrieg vom Kaiser 1710 zum Reichsgrafen er­ho­ben wurde. Er er­baute das be­rühmte Barockschloß Finckenstein in Ostpreußen, hielt sich in spä­te­ren Jahren je­doch in Berlin auf, da er der Erzieher Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs II. war.

Karl Wilhelm Finck von FinckensteinDurch diese Verbindung war sein Sohn Karl Wilhelm von Kindheit an mit dem Kronprinzen Friedrich be­freun­det. Er wurde spä­ter Kabinettsminister, was er auch bis zu sei­nem Tode 1800 blieb. Karl Wilhelm war es auch, der Madlitz 1751 er­warb. Trotz so­for­ti­ger Um- und Neubauten des Schlosses hielt er sich sel­ten dort auf, da seine Regierungsgeschäfte ihn bei Hofe hiel­ten.
Erst sein Sohn, Friedrich Ludwig Karl (1745-1818), machte Madlitz zum stän­di­gen Wohnort sei­ner Familie und zu ei­ner wich­ti­gen Stätte für die Kultur- und Kunstgeschichte der Mark. Der Präsident, wie er ge­nannt wurde, ließ sich mit sei­ner kin­der­rei­chen Familie hier nie­der und ver­wal­tete, mo­der­ni­sierte und ver­schö­nerte seine Besitzungen, för­derte Künstler und Wissenschaftler und wid­mete sich selbst der Landschafts- und Gartengestaltung, der Dichtung und der Musik. Alt Madlitz wurde zum Musenhof, in dem viele be­kannte Namen ver­kehr­ten, so auch Ludwig Tieck, Achim von Arnim, Wilhelm von Humboldt, Clemens Brentano und Ewald von Kleist.